Woher das kommt
Da steht ein kleines elfjähriges Mädchen in heller Jeans und Kuschelpullover, lächelnd am Eingang der Dorfkirmes.
Sie spielt mit ihrer Zuckerwatte und bewundert ihre Freundin Michaela, die hoch oben im Karussell sitzt und winkt. Sie sind zusammen dorthin geschlichen.
Dann wird ihr ein Sack über den Kopf gestülpt. Hände packen sie und schleppen sie weg. Der Schock lässt sie erstarren, sie bekommt keinen Ton heraus. Eine Autotür knallt zu. Fremde Stimmen.
Zweiundsiebzig Stunden lang sieht sie nichts. Sie hört nur diese Stimmen. Nach der Befreiung schweigt sie sechs Monate.
Eine Polizeipsychologin schenkt ihr ein leeres rotes Buch und sagt, sie solle alles aufschreiben, dann komme der Schmerz heraus und die Stimme zurück. Das Mädchen beschreibt darin pedantisch die Stimmen der Männer. Ein kindlich geschriebenes Stimmanalyse-Buch, damals ohne jeden Sinn.
Die Täter wurden nie gefasst. Geblieben ist etwas anderes: ein Gehör, das nicht mehr aufhört hinzuhören. Wie jemand atmet, bevor er lügt. Wann eine Stimme fest wird und wann sie nachgibt.
Dieses kleine Mädchen steckt heute noch in mir.
Irgendwann war es eine Entscheidung. Der Vergangenheit nicht die Macht zu geben, mich zu zerstören — sondern das Beste daraus zu entwickeln. Daraus ist meine Berufung geworden.
Claudia Conen erzählt ihre Geschichte selbst.
Was daraus wurde
Aus dem Zuhören wurde ein Beruf. Über siebenunddreißig Jahre Arbeit mit Stimme, Bühne und Menschen. Kein Studium hat das hervorgebracht, sondern Übung, jeden Tag, seit dem roten Buch.
Mein tiefstes Anliegen ist es, die Kunst und die Macht der Stimme zu vermitteln und Menschen mit meiner Stimme zu berühren. In Unternehmen zeige ich, dass Worte magisch wirken können wie ein Magnet und verletzend wie ein Messer.
Heute arbeite ich am liebsten mit Menschen, die eine wertvolle Botschaft haben und wollen, dass sie in den Herzen anderer ankommt. Mit Unternehmen, deren Teams aneinander vorbeireden. Und mit denen, die sich nicht trauen, in einer Welt aufzufallen, in der Perfektion auf Knopfdruck entsteht.
Finde deine Berufung. Nimm dir die Zeit, damit du weißt, warum du tust, was du tust. Und achte auf deine Worte.
So klingt das, wovon diese Seite handelt.
Wenn du wissen willst, wie das klingt, wovon diese Seite handelt: Auf der Hören-Seite stehen sieben Gedanken, die meine Arbeit tragen. In meiner Stimme.
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