Was das Publikum wirklich sieht
Es sieht, dass jemand wandert. Wer aufgeregt ist, geht — und das Publikum folgt der Bewegung statt dem Gedanken. Stehenbleiben ist die erste und unbequemste Übung.
Es sieht den Blick auf die Folien. Jeder Blick nach hinten ist ein Satz, der ins Leere geht. Wer seine Folien kennt, braucht sie nicht anzusehen.
Und es hört, dass niemand eine Pause macht. Wer durchspricht, gibt dem Zuhörer keine Zeit zuzustimmen. Die Pause ist unangenehm für die sprechende Person und angenehm für alle anderen.
Bühnenwirkung & Auftritt
Ein Tag oder mehrere — Sie stehen die ganze Zeit vorn
Auf Anfrage
Hängt davon ab, ob es einzeln oder in der Gruppe stattfindet und wie lang. Sie bekommen den Preis vor der Zusage, schriftlich.
- Stand und Bewegung: wann man geht, wann man stehen bleibt und warum das ein Unterschied ist.
- Der Blick: Wohin schaut man in einem Saal mit dreihundert Leuten, und wohin in einem Raum mit zwölf.
- Pausen setzen und aushalten. Der am schnellsten sichtbare Gewinn des ganzen Tages.
- Stimme im Raum: tragen statt lauter werden. Das sind zwei verschiedene Dinge.
- Die ersten neunzig Sekunden — sie entscheiden, ob zugehört wird, und sie lassen sich auswendig können.
- Was tun, wenn etwas schiefgeht: Technik weg, Blackout, Zwischenruf.
- Aufnahme und gemeinsames Ansehen. Unangenehm, und der wirksamste Teil.
Wie es abläuft
Sie bringen mit
Einen echten Vortrag, den Sie wirklich halten werden. Nicht ein Übungsthema — die Arbeit wirkt nur an etwas, das ansteht.
Erste Runde
Sie sprechen fünf Minuten, ohne Unterbrechung. Ich sage danach nichts Nettes und nichts Vernichtendes, sondern was ich gesehen habe.
Arbeit an einer Sache
Nicht an allem. Eine Sache pro Runde — Stand, oder Blick, oder Pause. Mehrere gleichzeitig ändern heißt keine ändern.
Wiederholung
Dieselben fünf Minuten noch einmal. Der Unterschied ist im Raum hörbar, und Sie hören ihn selbst.
Aufnahme
Am Ende ein Durchlauf mit Kamera. Sie nehmen die Aufnahme mit; sie gehört Ihnen und bleibt bei Ihnen.
Nicht für Sie, wenn
- Sie wollen zusehen und mitschreiben. Hier wird gesprochen, und zwar mehrfach.
- Sie möchten nicht aufgenommen werden. Ohne Aufnahme fehlt der Teil, an dem die meisten am meisten lernen.
- Sie erwarten Regeln für Gestik und Mimik. Die gibt es hier nicht, weil sie beim Sprechen im Weg stehen.
- Ihr Thema und Ihr Aufbau sollen unangetastet bleiben. Manchmal liegt das Problem nicht am Auftritt, und dann sage ich das.
Das steht hier, weil es stimmt. Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, sagen Sie es im Vorgespräch — dann sparen wir uns beide die Zeit.
Häufige Fragen
- Ich habe Lampenfieber. Ist das hier falsch?
- Nein, es ist der richtige Ort — vorausgesetzt, es ist Lampenfieber und keine Redeangst. Lampenfieber legt sich nach den ersten Minuten und verschwindet mit Übung. Wenn der Gedanke an den Auftritt Sie schon Tage vorher beschäftigt, reden wir darüber; das ist eine andere Arbeit.
- Muss ich vor anderen sprechen?
- In der Gruppe ja, und das ist der Punkt. Wer nur vor mir spricht, bekommt keine Bühnensituation. Einzeln arbeiten geht auch, dann ersetzen wir die Gruppe durch Kamera und Publikum im zweiten Schritt.
- Wie viel ändert ein Tag?
- Stand, Blick und Pausen sind an einem Tag hörbar anders — das erleben Sie selbst bei der zweiten Runde. Was Zeit braucht, ist, dass es unter Druck hält. Dafür gibt es die Aufnahme zum Mitnehmen und auf Wunsch einen zweiten Termin nach einigen Wochen.
- Arbeiten Sie mit Körpersprache-Regeln?
- Nicht mit Regeln wie „offene Handflächen wirken vertrauenswürdig". Solche Listen führen dazu, dass jemand über seine Hände nachdenkt statt über seinen Satz — und das sieht man. Wir arbeiten an dem, was stört, nicht an einem Katalog.
- Was ist mit den 93 Prozent Körpersprache?
- Die Zahl stammt aus einem Versuch von 1967, bei dem es um widersprüchliche Signale bei einzelnen Wörtern ging. Der Forscher selbst hat der Verallgemeinerung widersprochen. Auf Ihrer Bühne gilt: Inhalt und Auftreten müssen zusammenpassen — welcher Anteil wie viel Prozent ausmacht, weiß niemand.
- Ich benutze immer Folien. Muss ich darauf verzichten?
- Nein, aber wir sehen sie uns an. Die häufigste Ursache für einen unsicheren Auftritt sind Folien, die dasselbe sagen wie der Sprecher — dann liest das Publikum, statt zuzuhören, und der Sprecher merkt, dass er überflüssig ist.
Der nächste Schritt
Sagen Sie mir, welcher Auftritt ansteht und was Sie daran unsicher macht. Danach weiß ich, ob ein Tag reicht — und Sie, ob es passt.
Vorgespräch anfragen
